Bilanzbuchhalter international / Bilanzbuchhaltung international

Die Internationalisierung der Rechnungslegung führt in Deutschland vermehrt zu einem entsprechenden Know-how-Bedarf in der Praxis. Die zunehmenden internationalen Verflechtungen und die Veränderungen auf den internationalen Kapitalmärkten zwingen uns, über das Wissensspektrum eines Bilanzbuchhalters hinaus, zu einem multinationalen orientierten Wissensmanagement.

Um am europäischen Binnenmarkt Bestand zu haben wurde die klassische Bilanzbuchhalterprüfung um die internationale Geschäftstätigkeit, dem internationalen Rechnungswesens, dazu gehört vor allem die Rechnungslegung nach IFRS (International Financial Reporting Standards) und US-GAAP (United States Generally Accepted Accounting Principles), dem internationalen Steuerrecht und der Fremdsprache Englisch erweitert.

Der Bilanzbuchhalter International findet seine Aufgabe in der Erstellung von Einzel- und Konzernabschlüssen nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen.

Diese Aufgabe stellt sich insbesondere, weil Banken, künftige Investoren oder Geschäftspartner den Informationsgehalt von IFRS-Zahlen höher einschätzen, aus Gründen der Vergleichbarkeit deutlich bessere Chancen im Wettbewerb sehen und weil sich erhöhte Vorteile aus der Verknüpfung des externen mit dem internen Reporting ergeben.  

Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften mit Kenntnissen der internationalen Rechnungslegung, dem internationalen Steuerrecht und dem internationalen Finanzmanagement ist in stark steigendem Umfang nachgefragt. Diesen Herausforderungen stellt sich der Bilanzbuchhalter International, weil seit 01.01.2005 kapitalmarktorientierte Konzerne ihren Konzernabschluss nach IFRS erstellen müssen und das in 2004 verabschiedete Bilanzrechtsreformgesetz auch nichtkapitalmarktorientierten Konzernen die Erstellung eines IFRS- Konzernabschlusses ermöglicht. Selbst Einzelabschlüsse können für Zwecke der Offenlegung nach IFRS erstellt werden. Die europäische Unternehmenskultur verändert sich zunehmend durch internationale Fusionen. Die investororientierte Berichterstattung der Kapitalmärkte zwingt das Management, auf internationale Rechnungslegungsstandards umzustellen, um an der Börse und am Neuen Markt zu bestehen. Hier sind internationale Bilanzexperten gefragt.

Damit ist die Weiterbildung/Zusatzprüfung zum Bilanzbuchhalter International  die richtige Entscheidung für eine sichere berufliche Zukunft.

Neue Rechtsverordnung

Um den vielfältigen Aufgaben und Anforderungen zukünftig gerecht werden zu können, wurde die IHK-Prüfung zum „Geprüften Bilanzbuchhalter“ novelliert und eine moderne, handlungsorientierte Qualifikation entwickelt. Die Prüfung wurde um die Handlungsbereiche „Erstellen von Abschlüssen nach internationalen Standards“ sowie im Prüfungsfach Steuerrecht um das „internationale Steuerrecht“ erweitert bzw. ergänzt. Mit Inkrafttreten der neuen Rechtsverordnung zum 01. November 2007 wurde die bis dahin gültige Rechtsverordnung vom 23.09.1990 abgelöst.

Im Handlungsbereich „Erstellen von Abschlüssen nach internationalen Standards – Hauptteil“ kann die Prüfung bis zum 31.12.2010 auf Antrag des Prüfungsteilnehmers auf den Grundlagenteil beschränkt werden. Ab dem 01. Januar 2011 ist die Prüfung für den Grundlagen- und Hauptteil verbindlich, die Bearbeitungsdauer für die schriftlichen Aufgabenstellungen soll in der Regel 210 bis 240 Minuten betragen.

Bilanzbuchhalter, die ihre Prüfung nach der Verordnung vom 29.03.1990 erfolgreich abgeschlossen haben, können den Handlungsbereich „Erstellen von Abschlüssen nach internationalen Standards“ als Zusatzqualifikation erwerben.

Der Prü­fungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin muss nachwei­sen, dass er/sie aufgrund der Kenntnisse und des Be­herrschens der Vorschriften der internationalen Rechnungslegung einen Abschluss nach IFRS erstellen kann. Ferner soll er/sie die Befähigung nachweisen, anhand des Abschlusses nach IFRS die wirtschaftliche Situation des Unter­nehmens zu beurteilen.

In diesem Rahmen können folgende Qualifikations­grundschwerpunkte - Grundlagenteil - geprüft wer­den: 

  1. Kenntnis der Ziele und Funktionen der inter­nationalen Rechnungslegung,
  2. Abschlüsse nach internationalen Stan­dards beurteilen können und die Unter­schiede zu Jahresabschlüssen nach deut­schem Handelsrecht (HGB/DRS) erken­nen,
  3. die Bestandteile eines internationalen Ab­schlusses und die Gliederung der Bilanz nach IFRS kennen,
  4. Kenntnis der Bilanzierungs- und Bewer­tungsmethoden sowie deren Auswirkungen auf die verschiedenen Aktiv- und Passiv­posten der Bilanz nach IFRS im Vergleich zum deutschen Handelsrecht (HGB/DRS),
  5. Aufbau und Inhalt der Gewinn- und Verlust­rechnung nach dem Gesamtkosten- und dem Umsatzkostenverfahren kennen.
  6. die Funktion des Anhangs und die wesentli­chen Angaben kennen,
  7. Kenntnis von Aufbau und Inhalt der Eigen­kapitalveränderungsrechnung sowie der Kapitalflussrechnung nach der direkten und der indirekten Methode kennen und ih­ren Informationsgehalt beurteilen,
  8. Inhalt der Segmentberichterstattung ken­nen,
  9. das Ziel der Konzernrechnungslegung ver­stehen und die verschiedenen Konsolidie­rungsarten kennen.

In diesem Rahmen können folgende Qualifikations­zusatzpunkte - Hauptteil - geprüft werden (optional bis 31.12.2010)

  1. Kenntnis der Inhalte der Rechnungsle­gungsstandards IFRS und IAS,
  2. die Bilanzierungs- und Bewertungsme­thoden beherrschen und sie auf die Posten der Vermögenswerte, sowie auf die Posten des Eigenkapitals, der Rückstellungen und Verbindlichkeiten anwenden,
  3. aktive und passive latente Steuern er­mitteln und im Abschluss ausweisen,
  4. Fähigkeit zur Stellung der Bilanz nach IFRS unter Berücksichtigung der beste­henden Ansatz- und Bewertungswahl­rechte,
  5. die Gewinn- und Verlustrechnung nach den verschieden Verfahren aufstellen und das Jahresergebnis bezüglich der Ertragskraft des Unternehmens beur­teilen,
  6. die Eigenkapitalveränderungsrechnung aufstellen,
  7. die Kapitalflussrechnung nach der direk­ten und indirekten Methode erstel­len können und die Entwicklung der Li­quidität des Unternehmens beurteilen,
  8. die Auswahl der primären und sekundä­ren Segmente treffen und den Seg­mentbericht nach den verschiede­nen Formaten erstellen,
  9. die im Rahmen der Konzernrechnungs­legung notwendigen Konsolidierungen durchführen und einen Konzernab­schluss nach IFRS erstellen,
  10. die wesentlichen Unterschiede in der Rechnungslegung zwischen IFRS und US-GAAP kennen und auf den Ab­schluss anwenden,
  11. eine Analyse internationaler Ab­schlüsse durchführen sowie Kennzahlen und Vergleichswerte im Hinblick auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens in­terpretieren.

Derzeit bieten noch viele Bildungsträger unterschiedliche (Zertifikats-)Lehrgänge, zum Teil mit Prüfung an. Allerdings bestehen hinsichtlich der für Bilanzbuchhalter spezialisierten Lehrgänge zu internationalen Rechnungslegung derzeit noch keine einheitlichen Titelbezeichnungen. So existieren momentan  Lehrgänge mit folgenden Bezeichnungen:

  • Bilanzbuchhalter International (IHK)
  • Bilanzbuchhaltung International (IHK)

Die von den Industrie- und Handelskammern derzeit durchgeführten Prüfungen basieren in der Regel auf § 46 Abs. 1 i.V.m. § 58 Abs. 2 Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Besondere Rechtsvorschriften für die Weiterbildung „Bilanzbuchhaltung International“
Ziel der Prüfung

1.     Nachweis von Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen, die durch die berufliche Weiterbildung im Rahmen internationaler Buchhaltung und Rechnungslegungsvorschriften erworben sind.

2.     Durch die Prüfung ist festzustellen, ob die notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen dazu führen, dass folgende Aufgaben wahrgenommen werden können:

  • Erstellen des Jahresabschlusses nach den IFRS (International Financial Reporting Standards und US-GAAP (United States Generally Accepted Accounting Principles)
  • Erkennen und berücksichtigen der steuerlichen Auswirkungen internationaler Geschäftstätigkeit
  • Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs
  • Auswerten und interpretieren der Ergebnisse internationaler Geschäftstätigkeiten
IHK Zulassungsvoraussetzungen

1.     Zur Prüfung ist zugelassen, wer

  • Eine vor einem öffentlich-rechtlichen Prüfungsausschuss erfolgreich abgelegte Bilanzbuchhalterprüfung oder Steuerfachwirtprüfung nachweist oder
  • Ein erfolgreich abgeschlossenes, fachnahes wirtschaftswissenschaftliches Studium mit den Schwerpunktthemen Bilanzen und Steuern an einer Hochschulrahmengesetz anerkannten Hoch- /Fachhochschule und ausserdem eine zweijährige, einschlägige Berufspraxis nachweist, die der beruflichen Fortbildung in der Bilanzbuchhaltung dienlich ist.

2.     Abweichend von 1. kann zur Prüfung auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen glaubhaft macht, dass er Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen

Übersicht IAS/IFRS-Zertifizierungen in Deutschland

IAS-IFRS-Zertifizierungen_2007.pdf

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